Fliegen

Das fliegende Nagetierduo geht jetzt wirklich in die Luft.

September 2003

Hamsta hat schon was länger erzählt, dass er gerne mal Gleitschrimfliegen würde. Aber wirklich was draus geworden ist bis vor kurzem nichts. Bis er dann doch wieder daran erinnert wurde, dass er das machen wollte.

Wir, naja, eigentlich Hamsta, hat dann auch lange genug nach eine vernünftigen Flugschule Ausschau gehalten, so richtig viel gibt es hier in Aachen nämlich nicht. Das nächste schien im Sauerland zu sein. Eine der Flugschulen hatte zwar eine recht gute Webseite, hat auf eine Email aber nicht reagiert. Die andere hatte keine so tolle Seite, aber die haben wenigstens geantwortet. Allzu toll waren die Termine aber auch nicht gelegt. Wir haben dann aber zum Glück eine Flugschule im Schwarzwald gefunden, die auch Kurse in Aachen anbietet. Wow! Genau das, was wir brauchten. Die Kontaktaufnahme war dann auch sehr vielversprechend, das klang nach etwas, das solide (die machen das nicht nur nebenbei) genug war, um direkt den Komplettkurs (Grund-, Aufbau-, Höhen- und Windenkurs) zu buchen. Viel Asche auf einmal, aber billiger als alles einzeln. Der Grundkurs war dann auch schon ganz gut, aber so einfach wie es aussieht ist es gar nicht. Aber wir haben es dann doch geschaft, ein paar Meter abzuheben :-)

Wir haben uns dann auch direkt überlegt, den Aufbaukurs schon früher zu machen, das war auch gut so. Nachdem wir um 2:30 (ja genau, morgens früh) losgefahren sind, konnten wir ab 7 Uhr auch noch ein paar Flüge schaffen, mittags wurde es dann zu thermisch und am Nachmittag kam die Kaltfront angerollt. Am nächsten Tag war dann richtiges Sauwetter, die nächsten beiden Tage sah es für den Laien zwar schön aus, aber der Wind war doch viel zu viel. Wir haben dafür dann Theorie bis zum Abwinken gemacht. Und das hat sich auch gelohnt, gerade was das Wetter angeht. Wir werden wohl nicht mehr so ohne weiteres vom Sauwetter überrascht.

Am letzten Tag sind wir um 6 Uhr zum Berg gefahren und konnten doch noch ein paar Flüge machen. Genug waren das aber noch lange nicht, deswegen sind wir noch zwei mal runter gefahren und haben die Flüge mitgemacht, aber die Theorie sausen lassen. Interessant wäre eh nur noch Wetter gewesen, aber damit waren die Kurse immer schon durch, wenn wir angekommen sind. Im Endeffekt bin ich auf 43 und Hamsta auf 47 Flüge am Stöckerkopf gekommen, das sind ein paar zu viel, aber es hat sich glaube ich gelohnt. Bei einem der Flüge habe ich mir dann auch den Fuss etwas verknackst, danach gab es dann ein Paar neue Fliegerstiefel für mich, mit denen habe ich (bzw. mein Knöchel) dann die restlichen Flüge und die Flüge in Südtirol gut überstanden.

Im Schwarzwald haben wir nach dem ersten Höhenkurs auch unsere Gurtzeuge (mit Rettung), Schirme, Helme und Handschuhe ausgesucht. Die Gurtzeuge und Handschuhe konnten wir direkt mitnehmen, die Schirme sind am gleichen Tag wie die DHV-Ausweise angekommen, die Helme konnten wir beim zweiten Aufbaukurs (um auch genügend Flüge zu bekommen) im Schwarzwald mitnehmen. Zuhause haben wir dann die Headsets unserer Funkgeräte mit Klettband in die Helme eingebaut, diese Lösung hat sich als sehr bequem herausgestellt.

In Südtirol konnten wir dann endlich auch mal etwas länger fliegen und mehr als nur starten, zur Position fliegen und dann landen, der Berg war einfach höher ;-) Dort haben wir dann unsere Achten geflogen, Ohren angelegt, genickt und gerollt und sind beschleunigt geflogen. Am Samstag war dann die theoretische Prüfung, die haben wir fehlerfrei bestanden, am Sonntag war dann praktische Prüfung. Da war die Anspannung am Startplatz förmlich zu spüren. Aber wir haben es doch direkt im ersten Anlauf bestanden, kein Nachflug oder so. Nach der Landung waren meine Knie aber doch etwas weicher als sonst. Zum Glück waren wir in der ersten Gruppe, da hatten wir den Stress doch schön schnell hinter uns und konnten die anderen beobachten, die übrigens auch alle ihre Prüfung bestanden haben, und bei der Gruppengröße ist das wohl wirklich selten.

Die Scheine sind da, ein paar Fluggebiete testen wir gerade, jetzt brauchen wir nur noch den Windenkurs. Erstmal, später kommen bestimmt noch ein paar Sicherheits-, Performance-, Techniktrainings und der B-Schein dazu. Später, erstmal wird jetzt Flugpraxis gesammelt.

April 2004

Mittlerweile haben wir ein paar Flüge mehr, bisher aber auch nur an der Halde, der Sophie und in anderen Mittelgebirgsfluggeländen. Im Bodenhandling und damit auch beim Starten sind wir um Längen besser geworden, die Start sehen demnach auch etwas eleganter aus und sind insgesamt sicherer. Wobei das zumindest bei mir ziemlich Tagesformabhängig ist, unter welchen Bedingungen ich noch sauber starte oder es doch lieber lasse. Wenn ständig das Handy klingelt, weil irgendwelche Kollegen noch ganz dringend etwas wissen wollen, ist die Konzentration einfach weg. Dann gehts nicht mehr.

Hamsta hat mittlerweile auch mit dem UL-Fliegen angefangen, so wirklich reizen tut mich das ja nicht. Ich brauch Luft um die Nase und mag nicht eingedost sein.